Lavyne Oteri
Mein Name ist Lavyne Mageto Onteri, ich wurde am 1. Januar 2003 in Muranga in Kenia geboren. Ich bin das erstgeborene Kind von zwei Geschwistern und habe eine jüngere Schwester. Meine Kindheit war sehr schwierig und von familiären Konflikten geprägt. Mein leiblicher Vater erkannte mich nicht als seinen Sohn an, er war aggressiv und stritt ständig mit meiner Mutter, was schließlich zur Scheidung führte. Nach der Trennung nahm mein Vater meine Schwester mit, während ich bei meiner Mutter blieb. Von diesem Zeitpunkt an wurde das Leben zu einem täglichen Kampf. Es waren nur noch meine Mutter und ich gegen den Rest der Welt, ohne jede Unterstützung.
Als ich aufwuchs, sah ich, wie meine Mutter still litt, nur um mein Überleben zu sichern. Wir erlebten Ablehnung, emotionalen Schmerz und extreme Not. Oft fühlte ich mich unerwünscht und vergessen, aber meine Mutter gab mich nie auf.
Herausforderungen in meiner Schulzeit (Grundschule):
Meine Grundschulzeit war äußerst instabil. Meine Mutter war finanziell nicht abgesichert, und es war sehr schwierig, Schulgeld, Miete, Nahrung und medizinische Versorgung zu bezahlen. Es gab Zeiten, in denen wir die Miete nicht aufbringen konnten, und freundliche Nachbarn nahmen uns bei sich auf. Hunger und Unsicherheit gehörten zu meinem Alltag.
Zusätzlich erlitt ich beim Spielen eine schwere Rückenverletzung, die zu einer Verdrehung meiner Lendenwirbel führte. Ich hatte starke Schmerzen und musste ein Jahr und drei Monate lang eine Rückenstütze tragen, um meine Wirbelsäule zu stabilisieren und zu korrigieren. Aufgrund dieser Erkrankung und mangelnder medizinischer Versorgung blieb ich ein ganzes Jahr der Schule fern, und in den darauffolgenden Jahren bis zur achten Klasse war ich immer wieder zeitweise nicht im Unterricht. Auch heute verspüre ich noch Schmerzen, aber ich habe gelernt, damit zu leben.
Herausforderungen in der weiterführenden Schule:
Ich wechselte auf die High School, doch die Schwierigkeiten setzten sich fort. Die Schulgebühren waren eine ständige Belastung, und gleichzeitig kämpfte meine Mutter gegen Krebs. Mit anzusehen, wie sich ihr Gesundheitszustand verschlechterte, während ich nichts tun konnte, brach mir emotional das Herz.
Der schmerzhafteste Moment meines Lebens ereignete sich während meines Examens. Bereits wenige Tage nach Beginn meiner Abschlussprüfungen starb meine Mutter an Krebs. Ich hatte 15 Jahre lang nur mit ihr zusammengelebt – wir waren immer zu zweit. Sie in diesem Moment zu verlieren, zerstörte mich vollkommen. Ich schrieb meine Prüfungen traurig, verwirrt und emotional gebrochen. Wie zu erwarten war, fiel mein Ergebnis schlecht aus.
Entschlossen, nicht aufzugeben, entschied ich mich, das Schuljahr zu wiederholen. Dieses Mal unterstützte mich die Familie meiner Mutter finanziell. Ihre Hilfe gab mir die Kraft, wieder aufzustehen, auch wenn der Schmerz über den Verlust meiner Mutter nie verschwand.
Wie ich von APAMOYO erfuhr:
Als ich später die St. Francis School of Nursing in Nairobi besuchte, kehrten die finanziellen Probleme zurück. Ich hatte Schwierigkeiten, Schulgeld, Einkäufe und Taschengeld zu finanzieren. Ich sprach häufig mit meiner Schulleiterin über meine Situation, die meinen Lebensweg sehr gut verstand. Eines Tages erzählte sie mir, dass sie jemanden kenne, der mit einer Organisation verbunden sei, die Studierende unterstützt - und so erfuhr ich vom APAMOYO-Stipendium. Dieser Moment veränderte mein Leben.
Mein Leben nach dem Erhalt des APAMOYO-Stipendiums:
Das APAMOYO-Stipendium hat mein Leben vollständig verändert. APAMOYO nahm mir eine Last, die ich seit meiner Kindheit getragen hatte. Durch die Übernahme meiner Schulgebühren schenkte mir APAMOYO etwas, das ich zuvor kaum kannte: inneren Frieden. Dieser Frieden ermöglichte es mir, mich ganz auf mein Studium zu konzentrieren und wieder an meine Zukunft zu glauben.
Über die finanzielle Unterstützung hinaus gab mir APAMOYO ein Gefühl von Zugehörigkeit, Gemeinschaft und Familie. Ich fand Freunde, Mentoren und ein Umfeld, das sich gegenseitig stärkt und unterstützt. APAMOYO hat mir Hoffnung zurückgegeben, mein Selbstvertrauen gestärkt und mir gezeigt, dass meine Geschichte nicht mit Schmerz endet.
Heute lerne ich mit Zielstrebigkeit, Hoffnung und Entschlossenheit. APAMOYO hat nicht nur meine Ausbildung unterstützt – es hat mein ganzes Leben verändert. Ich bin zutiefst dankbar und fest entschlossen, etwas zurückzugeben und andere zu unterstützen, so wie ich unterstützt wurde.
Vielen Dank, dass Sie an mich geglaubt haben und mich auf diesem Weg begleiten.